Fleckfabrik

Mal ganz ehrlich: Diese blütenweißen, strahlend reinen, blitzsauberen Feenkleidchen sind doch eine Illusion. (Wer Kinder hat, weiß das!)

Ein Leben ohne Kleckse wäre aber auch ganz schön langweilig!
Wie wäre es ohne frühlingshafte Erdbeerspritzer, sommerliche Schokoladeneisreste (á la „Ich heb’s mir auf für später“), herbstverherrlichende Brombeerflecken und winterankündigende Suppenspuren?

Auch das gute alte Kürbiskernöl begleitet uns durch alle Jahreszeiten. Es ist ein echter Allrounder. Es krönt unsren Salat, würzt unsere Suppe, färbt den Aufstrich (und gelegentlich auch Marzipan) und findet seinen Platz sogar in der Weihnachtsbäckerei. Ich liebe es. Uns Steirern fließt es sogar durch die Adern – sagt man.

Und wo wir schon von Jahreszeiten sprechen: Der ganze Jahreskreis ließe sich anhand von Flecken auf Kleidungsstücken dokumentieren. Das ist schon faszinierend. Und gäbe es noch „Wetten, dass…?“, würde ich mit dieser These vielleicht sogar im Fernsehen landen. „Ich wette, dass ich erkenne, in welchem Monat ein Fleck auf einem Kleidungsstück entstanden ist…“

Jede Mutter kennt das. Und hat ihre Kniffe, um die Flecken wieder loszuwerden. Ich gebe mir dabei ja auch Mühe. Aber wenn ich so darüber nachdenke, haben all diese Flecken schon auch ihren Charme.
Sie geben einem T-Shirt Charakter.
„Weißt du noch? Den Fleck hab ich letzten Sommer in Venedig bekommen…als mich dieser Mann mit dem roten Gesicht mit Kaffee angeschüttet hat…und erinnerst du dich? Dieses tolle Muster ist entstanden, als ich das erste Mal versucht hab, einen Granatapfel zu essen…“

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